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Bundespreis Stadtgrün 2020

Bundespreis Stadtgrün 2020

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Wettbew.-Kategorie: gemanagt

Sport im Park

Berlin, Berlin

Beschreibung

Kurzbeschreibung des Projektes
,,Sport im Park‘‘ ist ein niedrigschwelliges Bewegungsangebot der Senatsverwaltung für Inneres und Sport, welches für die Teilnehmenden kostenlos ist und sich insbesondere an jene Menschen richtet, die sich bislang noch zu wenig bewegen.
Die Angebote sind so konzipiert, dass sie vorrangig der Gesundheitsförderung der Teilnehmenden dienen. In mehr als 30 Berliner Grünanlagen gab es in 2019 von Mai bis September vielfältige angeleitete Sport- und Bewegungsangebote. Zielsetzung ist es, dass sich mehr Menschen nachhaltig bewegen, d.h. sowohl an Sport im Park teilnehmen als auch anschließend an regulären Sportangeboten (z.B. im Sportverein).

Was war der Anlass?
,,Sport im Park‘‘ entstand als Reaktion auf die repräsentative Sportstudie Berlin 2017. Danach sind rund 40 % der Berlinerinnen und Berliner nicht regelmäßig sportlich aktiv. Damit werden internationale Studien (vgl. WHO etc.) bestätigt, nach deren Aussage sich die Menschen in Deutschland und Berlin zu wenig bewegen. Nach den nationalen Bewegungsempfehlungen sollen sich Jugendliche bis 18 Jahre jedoch mindestens 90 Minuten täglich und Erwachsene ab 18 mindestens 150 Minuten pro Woche bewegen. Um den bislang nicht aktiven Personen Möglichkeiten den Einstieg in regelmäßige Bewegung zu bieten, wurde das niederschwellige Angebot „Sport im Park“ ins Leben gerufen.

Erläutern Sie die Wahl der Projektkategorie
Das Projekt Sport im Park ist der Kategorie ,,Genutzt‘‘ zugeordnet, da die Teilhabe von Menschen am öffentlichen Leben im Vordergrund steht. Der Freizeitraum „Park“ wird aufgewertet und eine positive Mischnutzung von Entspannung und sportlichen Aktivitäten ermöglicht. Bei der Auswahl der Parks kommt dem Soziallagenbezug eine besondere Bedeutung zu, da es erwiesen ist, dass Menschen in schwierigen sozialen Lebenslagen in der Regel auch einen schlechteren gesundheitlichen Status haben und unterdurchschnittlich oft an Sportangeboten teilnehmen.

Steckbrief der Einreichung (PDF)

Münster bekennt Farbe

im gesamten Stadtgebiet, Münster, Nordrhein-Westfalen

Beschreibung

Die Münsteraner haben gelernt, ihr Stadtgrün anders wahrzunehmen: Sie haben hunderte Bäume für die Promenade gespendet, den 4,5 km langen Grünring um die historische Altstadt. Und sie haben die vergessenen und vernachlässigten Ecken in der Stadt mit Grün und Leben befüllt: die Baumscheiben, Grünstreifen oder Verkehrskreisel. Schuld daran trägt die Kampagne „Münster bekennt Farbe“, mit der das Amt für Grünflächen und Umweltschutz beginnend 2006 versucht hat, seine Ausgaben angesichts des Haushaltsdefizits deutlich zu senken und die Bürger bei der Pflege des Stadtgrüns ins Boot zu holen. Seitdem gibt es in Münster viele, viele Spielplatzpaten, Baumscheibengärtner, Baum-und Bankspender, Quartiersbeetpflanzer, Promenadensänger und Kreisverkehrshelden. Die Stadt ist bunter und lebenswerter und Einiges an Pflegeaufwand und Kosten los. Tausende Münsteranerinnen und Münsteraner beteiligen sich bis heute an dieser bürgerschaftlichen Kampagne. Auch bei Naturereignissen wie Kyrill, Hochwasser oder Pfingststurm Ela haben Bürgerinnen und Bürger, Vereine und Unternehmen Farbe für Münster bekannt und auf vielfältige Weise geholfen die öffentlichen Grünflächen wieder herzurichten. Zur Erinnerung an dieses „grüne Engagement“ findet in jedem Frühherbst der Bürgerbrunch statt: Auf 800 Meter Promenade brunchen etwa 1500 Münsteraner, bekennen Farbe – und spenden dabei für einen sozialen Zweck – längst nicht mehr nur die Baumspender.
Bei der „Grünflächenunterhaltung“ im Frühjahr musizieren rund um die Promenade über 160 Gruppen und Chöre – ehrenamtlich und strikt nichtkommerziell – um den Bäumen beim Wachsen zu helfen. Das fröhliche Fest ohne Müll und Verstärker hat sich ebenfalls fest im münsterschen Kalender verwurzelt.
„Münster bekennt Farbe“, begonnen als Sparmaßnahme, ist eine nachhaltige und identitätsstiftende Investition in Gemeinschaftssinn, Verantwortungsgefühl und Verbundenheit zwischen Bürgern und Stadt. Gemeinsam für das öffentliche Grün in der Stadt.

Steckbrief der Einreichung (PDF)

Erde und Flut

Wangerland, Niedersachsen

Beschreibung

Die Idee des Projektes „Erde und Flut“ entstand im Rahmen des internationalen Wettbewerbs „Entente Florale“ im Jahr 2012. Die Zielsetzung war, das Bewusstsein für die natürliche Gestaltung der Umwelt, für das Weltnaturerbe Wattenmeer und die Lebensqualität durch mehr „Grün“ zu fördern. Das Projekt sollte die mittel- und langfristigen Planungen der Gemeinde unterstützen und eine stärkere Bürgerbeteiligung erreichen. Als Titel wurde „Erde und Flut“ gewählt, die beiden bestimmenden Elemente des Wangerlandes. In einer Lenkungsgruppe wurde ein umfassendes Konzept erarbeitet, das darauf abzielte, Gruppen und Einzelbürger in den zahlreichen Orten des Wangerlandes zur Mitarbeit für das gemeinsame Ziel zu gewinnen und zu begeistern.
Über hundert Einzelprojekte, die bis heute abgeschlossen oder noch laufend bearbeitet werden, zeigen, dass es sich bei den Bemühungen nicht um eine kurzfristige Erscheinung handelt, sondern dass sie eingebettet sind in langfristige Planungen und bereits laufende Projekte unterschiedlichster Art. Engagierte Bürger und eine zukunftsorientierte Gemeindeverwaltung arbeiten bereits seit vielen Jahren nachhaltig und mit Erfolg an der Entwicklung, die sich positiv auf das Leben im Wangerland ausgewirkt hat und auch im nationalen und internationalen Vergleich (z.B. bei “Entente Florale”) bestätigt worden ist.
Bei der Gemeinde Wangerland handelt es sich um eine „grüne“ Flächengemeinde, deren viele Orte und Einzelansiedelungen bereits einen engen Bezug zur Natur haben und am Rande eines einmaligen Weltnaturerbes, dem „Wattenmeer“, liegen. Die überdurchschnittliche Artenvielfalt der Pflanzenwelt soll – wo immer möglich – vermehrt werden. Das gilt in besonderer Weise z.B. bei der Gestaltung der Landschaft um das künstlich angelegte Wangermeer. Es kommt bei den Bemühungen in erster Linie darauf an, den Bezug zur Natur und das Verständnis für die Erhaltung der Natur bei der Bevölkerung und den touristischen Gästen zu stärken.

Steckbrief der Einreichung (PDF)

LippePolderPark & Bürgerpark Maria Lindenhof

Anerkennung in der Kategorie gemanagt

Stadt Dorsten, Nordrhein-Westfalen

Bundespreis Stadtgrün/Hergen Schimpf

Beschreibung

Trotz der teils ländlichen Prägung Dorstens haben gerade in der Altstadt nicht alle Menschen Zugang zu Grün und Natur. Öffentliche Orte, an denen man sich ungezwungen aufhalten kann, sind rar, so dass 2015 zunächst ein Stadtpark auf Zeit – der LippePolderPark – ins Leben gerufen und aufgrund der riesigen positiven Resonanz anschließend ein dauerhafter Ort für den Stadtpark gesucht wurde. Hier kam schnell der in Vergessenheit geratene Freizeitpark Maria Lindenhof in Betracht, der sich in unmittelbarer Nähe, nämlich ebenfalls auf der Insel zwischen Lippe und Wesel-Datteln-Kanal befindet und mit dem neuen Stadterneuerungsprogramm „Wir machen MITte“ als eine von rund 35 Maßnahmen in das integrierte Handlungskonzept 2015 aufgenommen wurde. Die Schaffung eines Ortes an dem Interaktionen entstehen und gleichzeitig der Umgang mit dem Stadtgrün herausgestellt wird, macht den Prozess einzigartig. Ziel war es, durch den temporären Stadtpark auszuprobieren, wie die Stadtgesellschaft einen solchen Ort annimmt, ihn belebt, ihn bespielt und ihn dann erlebt. Öffentliche Parkanlagen sind insbesondere in Zeiten der Klimakrise auch für Städte in Ballungsgebieten extrem wertvoll, nicht nur aus ökologischen und klimaeffizienten Aspekten, sondern auch aus gesamtgesellschaftlicher Perspektive. Mit einer ergänzenden Gastronomie und einem Kulturprogramm wurden Kontakte geknüpft und ein neues Gemeinschaftsgefühl entwickelt. Gemeinsam wurde gegärtnert, getanzt, gekocht, gesungen und gelacht. Beide Stadtparks waren und sind Zentrum für Kreativität, Kultur und das Zusammensein in Dorsten. Das bürgerschaftlich getragene und initiierte Projekt mit zahlreichen Akteur*innen sticht mit seiner experimentellen Vorgehensweise in Bezug auf den künstlerisch geprägten Bürgerbeteiligungsprozess heraus. Der Spagat zwischen Gastronomie, Kulturprogramm, Architektur und Stadtgrün ließen daher die Einordnung in die Kategorie GEMANAGT als sinnvoll erscheinen.

Steckbrief der Einreichung (PDF)

Jurybewertung

Hervorzuheben ist das hohe Engagement vieler Akteur*innen und das Einlassen auch der Stadtverwaltung auf den künstlerisch geprägten Beteiligungsprozess. Der Managementprozess bis hin zum Park-Bürgermeister liest sich kreativ und vorbildlich. Die Jury würdigt insbesondere den experimentellen Charakter des Projektes, der eine schrittweise Entwicklung des finalen Parks zugelassen hat. Die Bürger*innen wurden auf dem Weg mitgenommen und durch externe Querdenker*innen konnten frische Ideen eingebracht werden. Die gestalterische Verspieltheit des temporären Test-Parks ist auch in der langfristigen Umsetzung des Parks qualitätsvoll umgesetzt worden.

"Der bunte Daumen" – Das städtische Baumbeetpatenprogramm

Stadt Witten, Nordrhein-Westfalen

Beschreibung

Ausgangspunkt des Projekts war selbst initiiertes bürgerschaftliches Engagement im Bereich der Gestaltung und Pflege von Baumbeeten im innerstädtischen Bereich.
Damit dieses Engagement nicht (wiederholt) der Grünpflege “zum Opfer fällt”, wurde bereits 2016 ein Patenschaftsprogramm aufgelegt, welches neben Baumbeeten auch weitere kleinere Grünflächen im städtischen Bereich umfasst.

Die individuell gestalteten und gepflegten Beete weisen eine bunte Vielfalt an Geopyhten, ein- und mehrjährigen Pflanzenarten und pflegeintensiven Stauden auf und bieten damit “Stadtinsekten” einen abwechslungsreichen Lebensraum, insbesondere im Vergleich zu ansonsten pflege- und kostenbedingt einfach gestalteten Beetflächen.

Wenngleich die Einzelfläche eines Baumbeets nur wenige Quadratmeter umfasst und als Pflanzstandort nicht immer geeignet erscheint, so sind es zum Einen doch die Vielzahl an Beeten und zum Anderen die bislang nicht/wenig genutzten Möglichkeiten, diese Flächen als Mini-Gärten interessant zu machen.

Die eigenverantwortliche Übernahme von Baumbeeten zur Gestaltung und Pflege führt deutlich zu einer hohen Identifikation mit ihrer Umgebung, einem höheren Verantwortungsbewußtsein und einem positiven nachbarschaftlichen Austausch. Neben einer Aufwertung des Straßen- und Stadtbilds wird die Bedeutung von Stadtgrün so auch einer breiten Öffentlichkeit sichtbar gemacht und kann diesbezüglich zu mehr Wertschätzung und eigenem Engagement beitragen.

Um dieses Engagement und Entwicklung zu unterstützen und das Programm fortzuführen, ist für 2020 bis 2022 eine kleine Fortbildungsreihe angedacht, welche die Themenfelder des besonderen Standorts, der Pflanzenverwendung und der biologischen Vielfalt aufgreifen soll. In diesem Rahmen können zudem neue PatInnen gewonnen und bestehende Patenschaften wertschätzend gewürdigt werden.

Als Initiatorin und Betreuerin übernimmt die Stadt Witten organisatorische, koordinierende und fachbegleitende Leistungen.

Steckbrief der Einreichung (PDF)

Unsere Grünflächen – die kleinsten Naturschutzgebiete Remscheids

Remscheid, Nordrhein-Westfalen

Beschreibung

Remscheid beherbergt 955 Grünflächen. Neben den stadtbekannten Parks sind es eine Vielzahl kleiner und kleinster Plätze, Verkehrsinseln und Randstreifen, die als Teil der städtischen Verkehrsflächen ein zumeist unbeachtetes Dasein führen. Doch das „straßenbegleitende Grün“ ist weit mehr als bunt bepflanzte Blühwiese und sommerliches Dufterlebnis. In unserem versiegelten Stadtraum sind die vielen grünen Flecken wohltuende Naturoasen mit einer artenreichen Tier- und Pflanzenwelt. Remscheids Grünflächen sind Heimat und Nahrungsquelle hunderter, oft bedrohter Tierarten. Als wahre biologische Oasen haben hier auch viele Vertreter unserer heimischen Vogelwelt ihr Zuhause, darunter viele nützliche Schädlingsbekämpfer. Die naturbelassenen Randstreifen und Blühwiesen sind zudem wertvolle Futterstellen. Sie versorgen eine Vielzahl von Insekten mit pestizidfreiem Nektar. Allen voran so wichtige Pflanzenbestäuber wie Bienen, Schmetterlinge und Hummeln – überlebensnotwendige Helfer für gut 60 % unserer Nahrungsmittelproduktion. Von der kleinsten Verkehrsinsel bis zu den großen städtischen Parks – jedes Stadtgrün schenkt und fördert Lebensqualität. Das Stadtgrün verbessert die klimatischen Bedingungen in der Stadt. Es mindert Lärm und Hitze, bindet Schadstoffe und produziert lebensnotwendigen Sauerstoff. So verbessert es die Atemluft und fördert unser aller Gesundheit.
Rücksichtsloses und unbedachtes Verhalten bringt jedoch die Ökosysteme unseres Stadtgrüns in Gefahr. Der dramatische Rückgang der heimischen Insektenarten ist Teil des weltweiten Phänomens, das nicht nur unsere Artenvielfalt bedroht, sondern die Nahrungsversorgung der gesamten Menschheit gefährdet. Das „grüne Netzwerk“ in der Stadt bedarf daher jetzt umso mehr unserer Wertschätzung und unseres Schutzes.

Dies soll durch die Inwertsetzungs-Kampagne „ #schutzstattschmutz / Unsere Grünflächen – die kleinsten Naturschutzgebiete Remscheids“, allen Bürgern und Bürgerinnen Remscheids nahe gebracht werden.

Steckbrief der Einreichung (PDF)

nachhaltig.mitmachen-Bürgerengagement für mehr Nachhaltigkeit im Stadtgrün

Anerkennung in der Kategorie gemanagt

Stadt Halberstadt, Stadt Halberstadt, Sachsen-Anhalt

Bundespreis Stadtgrün/Hergen Schimpf

Beschreibung

Über die Angebote Baumpatenschaften, Pflege von Baumscheiben, Verpachtung von Splitterflächen, zahlreichen Bürgergesprächen und der öffentlichen Debatte um den Klimawandel hat sich das Projekt “nachhaltig.mitmachen” entwickelt. Der Titel ist erst Ende 2019 entstanden, die Aktivitäten reichen bis in das Jahr 2014 zurück. Bürger aus der eng bebauten Altstadt wünschten sich mehr Grün in ihrem Umfeld. An den Planungen konnten sich die Bürger aktiv beteiligen. Entstanden sind die Bürgergärten – kleine bunte Parzellen, die privat gepflegt werden, aber das Umfeld ungemein aufgewertet haben. Ebenfalls auf Initiative der Bürger entstanden die Kräuterbeete mitten im Stadtzentrum, die seither mit mehr als 40 Arten essbarer Pflanzen unser Stadtgrün bereichern. Die Beete werden gemeinschaftlich von den Bürgern und den städtischen Gärtnern gepflegt. Die Nutzung der Kräuter für den Eigenbedarf ist selbstverständlich erlaubt und gewollt. Das Zusammenspiel Bürgerengagement – Stadtverwaltung brachte wertvolle Impulse, die abhängig von der Jahreszeit und den finanziellen Mitteln umgesetzt worden und werden. Die Aktion des Monats lädt die Bürger ein, eine bestimmte Maßnahme aktiv zu begleiten. Nach dem Motto “Lernen durch Tun” gibt es vor Ort eine theoretische Einführung und anschließend kann selbst mitgemacht werden. Das auf diese Weise neu gewonnene Wissen soll motivieren, auf dem eigenen Grundstück aktiv zu werden. So konnten sich Anfang März interessierte Bürger Informationen zum Spalierobstschnitt anhören und anschließend selbst Spalierobstbäume beschneiden. Damit soll den Bürgern Mut gemacht werden, selbst Spalierobst zu pflanzen und damit eine obstproduzierende Fassadenbegrünung zu erhalten. Anfang April wird es um das Thema Blühwiesen und Insektenschutz gehen. Die Mitarbeiter der Stadtverwaltung werden über die richtige Bodenvorbereitung, Pflanzenauswahl etc. referieren und dann auf einer etwa 1000 qm großen Fläche in einer öffentlichen Grünanlage eine Versuchsfläche ansäen.

Steckbrief der Einreichung (PDF)

Jurybewertung

Ein sehr gut aufgesetzter Prozess, der Grün in der Stadt qualifiziert, die Verwaltung und Bürger*innen verbindet und den Bürger*innen wichtige Informationen zu ihrer eigenen Grünpflege vermittelt. Die Jury bewertet das Projekt als beispielhaften Ansatz einer Mittelstadt, die Bürger*innen anspricht und in einem gemeinsamen Prozess überlegt, wie die Stadt lebenswerter werden kann. Besonders hervorzuheben ist die Qualifizierung der ehrenamtlichen Arbeit durch fachliche Anleitung von externen Expert*innen zu unterschiedlichen Themen. Die Jury möchte die Projektbeteiligten ermutigen, ihr Stadtgrün weiter zu entwickeln und auch unkonventionelle Gestaltungsideen zuzulassen, um so neue Freiräume und Atmosphären in ihrer Stadt zu verbreiten.

StadtGrün naturnah – Nachhaltiges Grünflächenmanagement

Pirmasens, Rheinland-Pfalz

Beschreibung

Alle städtischen Grünflächen samt dem dazugehörenden Pflegeaufwand (Personal, Geräte, Material) wurden erfasst. Auf dieser Datenbasis wurde eine nachhaltig wirkende Grünflächenstrategie entwickelt. Neben der Optimierung bzw. Reduzierung des Pflegeaufwands (Ökonomie) stand dabei auch die ökologische als auch gesellschaftliche/ sozial wirkende (partizipative und stadtbildprägende) Perspektive im Vordergrund.
Die Kampagne wird durch eine lokale Arbeitsgruppe begleitet, die sich aus interessierten und engagierten Bürgerinnen und Bürgern zusammen setzt.
Auszug aus dem Maßnahmenkatalog:
– Naturnahe Gestaltung von Spielanlagen mit Holz, Stein, Sand, Wasser und Pflanzen
– Wasser in der Stadt bringen (Bäche, Teiche, Brunnen) als belebendes Element und zur Förderung des Kleinklimas
– Renaturierung der Fließgewässern
– Verbot von Herbiziden oder Pflanzenschutzmitteln im öffentlichen Bereich und Nützlingseinsatz in den
Gewächshäusern
– Aktiver Artenschutz mit Angebote wie Insektenhotels, blühende Pflanzen als Pollenspender, Trockenmauern,
Auwälder, Blühwiesen, Hecken, Gehölzstreifen, Streuobstwiesen
– Naturnahe Pflege öffentlicher Grünflächen (extensive Mahd, Verwendung von heimischem Saatgut, nachhaltige
Pflanzungen mit Stauden, Duldung „wilder“ Flächen (Sukzessionsflächen) und von
Saumstreifen vor Hecken und um Bäume.
– Intensive Durchgrünung des Stadtgebietes mit Straßenbäumen zur Vermeidung von Aufheizungen und als Lebensraum
– Beteiligungsaktionen mit Schulen und Kitas (Schul-AG´s, Patenschaften für Insektenhotels und Blühwiesen,
Bienen AG)
– Nachhaltige Bewirtschaftung des Stadtwaldes mit Anlage von Waldsäumen und Blühstreifen
– Umwandlung von Wechselflorflächen mit Ziel von 40-50 % Gemüseanteil und einem hohen Anteil von
pollenspendenden Blühpflanzen
– Einbeziehung von Grünflächenpaten bei der Unterhaltung der Anlagen (derzeit rd. 75 Ehrenamtliche als Paten aktiv)

Steckbrief der Einreichung (PDF)

Wege machen Landschaft

Landschaftsräume rund um München, Münchner Grüngürtel, Bayern

Beschreibung

Das anhaltende Wachstum in Stadt und Region München bedeutet eine zunehmende Flächeninanspruchnahmen durch häufig mono-funktionale und sich tendenziell voneinander abgrenzende bauli-che Nutzungen. Parallel werden aber auch die Anforderungen der Gesellschaft an die ökologischen, funktionalen und ästhetischen Qualitäten der verbleibenden stadtnahen Freiräume vielfältiger. Gleichzeitig wird der Wert dieser Zwischen-Räume aber oft auch unterschätzt.
–
Wie lässt sich der Grüngürtel vor diesem Hintergrund für eine land-schaftsbezogene Erholung in Wert setzen, sichern und qualifizie-ren? Hier setzt die Konzeptstudie “Wege machen Landschaft” an: Darin werden a) die Wahrnehmungs- und Erlebnisqualitäten des Münchner Grüngürtels (Abb.1) herausgearbeitet, b) gestalterische und funktionale Kriterien für ein landschaftsbezogenes Wegesys-tem formuliert sowie c) methodische Werkzeuge und inhaltliche Vorschläge für die Landschaftsentwicklung mit und entlang von Wegen gemacht. Die Studie liefert a) Beiträge zur Visualisierung und Kommunikation landschaftlicher Qualitäten und Potentiale und b) Grundlagen für weitere Planungen und konkrete Projekte. In Verbindung mit einer integrierenden und z. T. auch experimentellen Herangehensweise (Walks) setzt sie einen strate-gischen Handlungsrahmen, der am Tagesgeschäft all derjenigen ansetzt, die an und in den stadtnahen Landschaften arbeiten. Ge-meinsam sollen die Themen Landschaftserleben und Erholung in den “Alleskönner-Landschaften” am Stadtrand sektoren-, kommu-nen- und rollenübergreifend, vorangebracht werden.
–
Sichtbar wird dies, wenn Projekte mit neuen Partnern und mit Blick auf Multifunktionalität und Erlebnisqualität bearbeitet werden. Dadurch gewinnen sie an gestalterischer und funktionaler Qualität. Beispiele sind das in Abb.2 vorgestellten „Heidefenster“ oder eine neue Brücke über den Würmkanal. Deren Machbarkeitsstudie wurde explizit mit dem Ziel bearbeitet, die Zuwege erlebnisreich zu führen und zu gestalten.

Steckbrief der Einreichung (PDF)

Baumpaten Raitenhaslach

Raitenhaslach, Burghausen, Bayern

Beschreibung

Bäume für die Zukunft
Ob als Baum-Patenschaft zum Geburtstag, als nachhaltiges Geschenk zur Hochzeit, zur Geburt oder zur Taufe – Bäume
begleiten ein Leben lang. Im Jahr 2019 hatten Bürger der Stadt die Möglichkeit, ihren persönlichen Baum zu pflanzen, und sich somit eine bleibende Erinnerung zu schaffen. Und ganz nebenbei etwas für die Umwelt tun. Denn jeder neu gepflanzte Baum filtert CO2 aus der Luft, und schafft dabei neuen Lebensraum für Tiere und Pflanzen.
Warum Baumpatenschaft?
Im November 2018 fand die weltumspannende Pflanzaktion „Eichenpflanzung zu Ehren von Joseph Beuys“ ihren Weg nach
Raitenhaslach. Nach Beuys Vision soll seine soziale Plastik „7000 Eichen – Stadtverwaldung statt Stadtverwaltung“ zur documenta 7 im Jahr 1982 auf der ganzen Welt fortgesetzt werden. Im ehemaligen Klosterareal wurde dazu im Sinne von
Joseph Beuys eine Eiche mit der dazugehörigen Basaltstele gesetzt. Idee ist es nun, dieses ökologische und soziale Kunstwerk weiter zu führen, und jedem Burghauser Bürger die Möglichkeit zu geben, den urbanen Lebensraum mit der Pflanzung einer Eiche nachhaltig zu verändern. Dazu konnte sich jeder Bürger einen Baum um 120€ erwerben, der komplette Erlös kam dem Bergwaldprojekt zugute.
Das Areal rund um die Klosteranlage war bis vor kurzem eine einfach Wiesenfläche, die durch Integration der Bürger mit “ihren” Bäumen aufgewertet wurde. So wurde zwischen den gut 100 Bäumen ein Fußweg angelegt und dient nun als
Naherholungsfläche für Bürger. Was vorher ein brach liegende Fläche war, ist nun ein Aufenthaltsort für Alle. Ohne große bauliche Maßnahmen, teure Investitionen findet Jeder hier seinen Platz.

Steckbrief der Einreichung (PDF)

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